Diagnose – manchmal ein Abenteuer

Hopf OP Foto Gerd rapior

Damit Sie wissen was Sie erwartet: Die Geschichte ist schnell erzählt. Es geht um den Patienten Michael L., dessen permanente Rückenschmerzen ihn komplett von den Beinen geholt haben. Zwei Jahre lang tappten Ärzte im Dunkeln, er ließ sich von vielen namhaften medizinischen Kapazitäten in der Bundesrepublik untersuchen, wurde in der ganzen Zeit mit verschiedenen Antibiotika behandelt. Und das aber leider ohne Erfolg. Einer riet ihm, offenbar weil er nicht mehr weiter wusste, sich auf die Selbstheilungskraft seines Körpers zu verlassen. Da die Schmerzen unerträglich waren und er nicht mehr ein noch aus wusste, wandte er sich an Professor Christoph Hopf vom Lubinus Clinicum. Der Wirbelsäulenspezialist entdeckte eine rasch wachsende Beule an der Wirbelsäule, in der 200 ml Eiter-Flüssigkeit enthalten war. Außerdem gab es im gesamten Bauchraum des Patienten große Entzündungsherde, aus denen rund 600 ml Eiterflüssigkeit abgesaugt werden mussten. Die Frage war natürlich, woher kommen diese Entzündungen und Professor Hopf kam auf die Lösung. Jahrelange Erfahrungen ließen ihn bei der Begutachtung der Eiter-Flüssigkeit vermuten, dass diese von einer Tuberkuloseerkrankung stammen könnte, eine Erkrankung die mehr oder weniger als ausgemerzt gilt. Die Untersuchungen in der Lungenfachklinik Borstel gaben ihm Recht. Hopf punktierte die Entzündungsherde und operierte aufwendig die Rückenwirbel, die durch den Eitereinfluss stark beschädigt waren. Mit neuen Wirbelprothesen und der richtigen Antibiotikabehandlung konnte der Patient, nach einem vorher zweijährigen Martyrium, schon innerhalb von 12 Monaten völlig geheilt werden. Wäre dieses Krankheitsbild nicht entdeckt worden, so sagen Experten, hätte dies zu gravierenden Gesundheitsnachteilen, bis hin zur Querschnittslähmung, führen können. Der Wirbelsäulenspezialist erhielt hierfür viel Beifall aus der Fachwelt.

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